Gedenken, Mexiko, Filmtipp (nur bis 01/10 verfügbar!)

Vorletzte Nacht, der Nacht vom 26. auf den 27. September jährt ein trauriges Ereignis in der aktuellen nationalen Geschichte Mexikos - das mutmaßliche Massaker von Ayotzinapa an 43 mexikanischen Studenten, die in jener Nacht in Iguala (Guerrero, Mexiko) verschleppt wurden und seitdem verschwunden sind. Die Eltern, Familien, Angehörigen und Freunde der Studenten suchen weiterhin nach ihren Kindern und fordern: "Vivos se los llevaron, vivos los queremos" ("Lebend sind sie uns genommen worden, lebend wollen wir sie zurück"), organisieren Protestmärsche und führen Gespräche mit der Regierung, um diesen Fall genauer aufzuklären, jedoch mit wenig Erfolg, denn diese zeigt wenig Interesse. 
"Die Studenten eines linken Lehrerseminars waren in der Nacht zum 27. September im vergangenen Jahr verschwunden, nachdem sie mehrere Busse gekapert hatten, um zu einer politischen Protestaktion zu fahren. Laut Angaben des Generalstaatsanwalts Jesús Murillo Karam hatten Polizisten die 43 jungen Menschen in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero verschleppt und sie einem Drogenkartell übergeben.  Eine unabhängige Expertengruppe hatte aber Zweifel an dieser Version geäußert. Sie sah es unter anderem als unmöglich an, dass so viele Leichen in so kurzer Zeit verbrannt werden könnten. Am Freitag hatten auch Mexikos Behörden den Fall neu bewertet. Die Studenten würden weiterhin als vermisst geführt, erklärte der Staatsanwalt für Menschenrechte, Eber Betanzos." (zeit.de) 
Bei der Suche nach den vermissten Studenten stieß man plötzlich auf zahlreiche Massengräber rund um Iguala in denen Leichen lagen, nach denen der Staat nie gesucht hatte und nach denen sich niemand zu fragen traute. Dieses Ereignis hat nicht nur die Bevölkerung aufgerüttelt und zutiefst betroffen, sondern auch international für Aufsehen gesorgt und die dramatische Lage vieler Familien in Mexiko auf einen Schlag sichtbar gemacht. Die verschleppten und verschwundenen jungen Menschen wurden zum Symbol für die Tausenden von Vermissten im Land. Es geht nicht nur um die 43 Studenten, sondern um die horrende Zahl von etwa 26.000 Verschwundenen in den letzten Jahren. Fast jeder Mexikaner kann eine solche Geschichte erzählen - sei es nun einer der Studenten, die Cousine, die in Mexiko-Stadt ermordet wurde oder ein anderer Verwandter oder Bekannter, der im Norden Mexikos von einem Tag auf den anderen verschwand. Es ist ein trauriger Teil der mexikanischen Geschichte und noch mehr des mexikanischen Alltags. 
Zum Gedenken an die Studenten fanden Protestmärsche statt, in meiner Uni wurde ein Teil des Geländes dekoriert und mit Informationen beklebt und am Wochenende in Querétaro war auf einem Platz auch so etwas ähnliches aufgebaut. 

heute in meiner Uni...
in Querétaro am Wochenende...
Passend zu dieser Thematik gab es letzte Woche im Film Mittwoch im ARD einen Film zu illegalen Waffenexporten nach Mexiko. Falls sich jemand dafür interessiert, kann ich ihn empfehlen und würde behaupten, dass er nicht schlecht gemacht ist....in manchen Szenen kommt man der Realität in manchen mexikanischen Bundesstaaten extrem nahe - nur, dass dies oft nicht oder kaum an die Öffentlichkeit kommt.....wie das Massaker an hunderten Studenten in den 80er Jahren in Mexiko-Stadt.... 

Hier die Links:
Spielfilm: Meister des Todes
Doku: Tödliche Exporte: Wie das G36 nach Mexiko kam (gibt es am Anfang auch was zu dem mit den Studenten)


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La vida...

«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]