Reisebegegnungen (Blogparade)

Da ich das Thema so faszinierend finde und selber schon oft in den Genuss solcher Bekanntschaften gekommen bin, werde ich nun einfach einen Beitrag zur Blogparade von Heldenwetter mit dem Thema Reisebegegnungen schreiben. Ich habe mal drei für mich besondere Begegnungen herausgegriffen, auch wenn ich über so viele mehr einzigartige Momente schreiben könnte...

Madrid 2011 - Oaxaca 2015
Ruinen von Mitla (Oaxaca) - die haben wir an jenem Wochenende im November auch gemeinsam besucht
Mitten am Weltjugendtag in den vollkommen überlaufenden Straßen Madrids, treffen wir auf eine Gruppe Mexikaner. Zu diesem Zeitpunkt kann ich nur fünf Wörter Spanisch und kann mich lediglich auf englisch mit ihnen unterhalten. Es folgt das übliche: "Heeey, ihr seid aus Deutschland...cool...woher?" "Wow, geil Mexiko, klingt superspannend." "Wo wohnt ihr?" "Euer erster Weltjugendtag" und noch ewigst viele andere Fragen. Wir machen ein Foto, führen noch ein wenig Smalltalk und tauschen Kontakte aus. That's it! Jeder geht seine Wege und ich denke, dass da gleiche passiert, wie mit den meisten Kontakten: man tauscht die Fotos aus, schreibt fünf Sätze und damit hat sich das gegessen und je länger der Weltjugendtag und somit das Treffen zurückliegt, desto mehr rückt dieser Moment in Richtung Vergessenheit.
Doch weit gefehlt. Mit einem von den Jungs beginne ich richtig viel zu schreiben, erst auf englisch, dann als ich in Ecuador bin, nach und nach mehr Spanisch. Wir verlieren nie den Kontakt und mindestens einmal im Monat tauschen wir ein paar Sätze aus - erst nur facebook, msn-messenger, skype, whatsapp,... Nach und nach wächst eine ganz besondere Freundschaft heran.
5 Jahre später - Auslandssemester in Mexiko. Wir treffen uns bei ihm in seiner Stadt, mit dem Spanier, der mich begleitet hat, haben sehr viel Spaß, reden, lachen,...einen ganzen Nachmittag war alles einfach nur so was von zweideutig. Läuft...und weiterhin bleiben wir in Kontakt...mein Handy piept..eine neue Nachricht...von meinem mexikanischen Kumpel aus Oaxaca... 

Machu Picchu 2014 - Ciudad de México 2015
Blick vom Sonnentor auf die Ruinen von Machu Picchu
Alleine Backpacken hat schon Vorteile. Man trifft immer wieder neue, interessante Menschen. Von meinem Südamerikatrip durch Perú und Bolivien 2014 könnte ich sehr viele Begegnungen wiedergeben: von zwei Argentiniern, den einen, den ich diese Reise fast in Ecuador wiedergetroffen hätte und dem anderen, der gerade durch Brasilien reist, dem Kolumbianer, der mir meine Trenza machte oder dem anderen Argentinier aus dem Bus, wegen dem ich in das Mochillero-Hostal in Cuzco kam und der derzeit auch in Europa unterwegs ist. Und doch möchte ich bei einer anderen Begegnung bleiben. Den Tag in Machu Picchu verbringe ich mit einem peruanischen Ehepaar, dass ich im Micro von Cuzco nach Ollantaytambo getroffen habe. Am Nachmittag ist schließlich die Batterie meiner Kamera leer und meine Ersatzbatterie unauffindbar...leider. Wir befinden uns hingegen auf dem Weg hinauf zum Sonnentor. Oben angekommen chillt noch ein Typ in meinem Alter (ich dachte er wäre so alt wie ich und er ich wäre so alt wie er...in Copacabana finden wir heraus, dass uns 10 Jahre trennen), der eine Canon über der Schulter hängen hat, und der, wie sich später herausstellt, aus México kommt. Wir wechseln ein paar Worte und ich frage ihn ob ich ein paar Fotos machen darf mit seiner Kamera...natürlich tauschen wir kurz Speicherkarten. Wir kommen so ins Gespräch und tauschen schließlich dort oben, am Sonnentor mit atemberaubende Blick über die Inkaruinen unsere Facebookdaten aus, um am nächsten Abend gemeinsam Richtung Bolivien weiterzureisen. Eigentlich denke ich insgeheim nicht, dass das klappen wird und umso überraschter bin ich, als er mir am nächsten Tag, als er wieder in Cuzco ist, eine Nachricht schreibt. Wir verabreden uns für den Abend am Plaza de Armas, um gemeinsam den Nachtbus nach Puno am Titcacasee zu besteigen. Die nächsten zwei Tage, die wir gemeinsam unterwegs sind, sind schön und voller lustiger Gespräche. Als es mir wegen der Höhe nicht so gut geht, kümmert er sich um mich.
Wieder in Deutschland, überlegen wir, ob wir nicht gemeinsam Zentralamerika bereisen, wenn ich in Mexiko mein Auslandssemester hinter mir habe, was sich dann aber wieder recht schnell im Sand verläuft. An einem meiner Wochenenden, die ich in Mexiko Stadt bin, treffen wir uns mit ein paar seiner Freunde auf ein Bier, unterhalten uns, überlegen, ob wir nicht gemeinsam ein wenig in Mexiko herumreisen. Leider war die Zeit am Ende zu knapp. Jetzt gerade ist er in Indien...vielleicht sehen wir uns ja mal wann anders wieder... 

Bus Piura (Perú) nach Loja (Ecuador) 2016
ecuadorianisch-peruanische Grenze in Macará (hab mein Bild ned mehr gefunden, daher die vielen Wasserzeichen hahaha)
Hier noch eine schöne Begegnung von meiner diesjährigen Reise, jedoch nicht mit Mexikanern sondern mit Deutschen. Die Beiden, ein Junge und ein Mädl sitzen im Bus von Piura nach Loja hinter mir. Eigentlich habe ich schon längst genug von den ganzen Busfahrten. Am Nachmittag zuvor bin ich in Lima gestartet, war viel zu früh in Loja und der eigentliche Bus um 9 Uhr morgens, den ich nehmen wollte, tja - den Turnus gibt es nicht mehr....und Piura, mitten in der peruanischen Wüste, hat natürlich super tolle heiße Temperaturen zu bieten...und ich war viel zu warm angezogen. Ich komme mit den beiden ins Gespräch und es stelt sich heruas, das sie aus der gleichen Stadt kommen wie ich und das Mädl wahrscheinlich einen Kurs mit einer meiner ehemaligen Mitschülerin am Gymnasium hat....wie klein die Welt doch ist, nicht? 
In Loja angekommen verabschieden wir uns, tauschen jedoch Handynummern aus, weil ich ihnen noch ein paar Tips und Hostalempfehlungen geben soll. Dann verschwinde ich mit meinem Kumpel und begleitet sie auch nicht bis nach Vilcabamba. 
Einen Tag bevor ich nach Quito aufbreche, bekomme ich eine Whatsapp-Nachricht von ihnen, da sie nochmal den Namen des Hostals wissen wollen.  Da wir ja nun die gleichen Tage in Quito verbringen werden, schlage ich ihnen vor, dass wir uns ja mal treffen könnten, was sie für eine gute Idee halten. Schließlich schauen wir uns das Länderspiel zwischen Ecuador und Paraguay für die Qulifikation für die WM 2018 gemeinsam in La Mariscal bzw. am Plaza Foch an, gehen mit einem ecuadorianischen Freund von mir noch die Lichterprozession vom Gründonnerstag im Zentrum gucken und enden schließlich Canelazo-trinkend in der Ronda. Am nächsten Tag, dem Karfreitag, steht die Prozession in der Innenstadt auf dem Programm. Danach verabschieden sie sich, da sie noch unbedingt zum Mitad del Mundo wollen. 
Wir haben noch immer Kontakt. Als das Erdbeben war, haben sie gefragt, ob es meinen Freunden gut geht und jetzt wollen wir uns im Mai, in unserer gemeinsamen Heimatstadt, treffen....


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2 Kommentare:

  1. Woah den Post finde ich echt toll. Echt spannend und cool, was du so erlebt hast, da werd ich ganz neidisch, war noch nie aus Europa raus -.-
    Jedenfalls danke, mir hats Spaß gemacht, zu lesen :)
    Hab nen schönen Abend!

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  2. Was für schöne Geschichten :) Vielen Dank für die Teilnahme an meiner Blogparade!

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La vida...

«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]