#439

Warum muss immer ich alle nach Hause bringen, wenn sie betrunken sind? Warum halte ich immer allen die Haare, wenn sie kotzen müssen? Warum bring ich immer alle ins Bett?
...und ich? Wer hält meine Haare? Wer bringt mich ins Bett? Wer trocknet mir meine Tränen?
In Deutschland einmal haben se mich heimgebracht. Sonst in México war es nur der Spanier, der sich so verhalten hat..er hat sogar meine Haare gehalten als ich gekotzt hab...ihm war das nicht egal....haben aufeinander aufgepasst ich auf ihn und er auf mich.
Jetzt gleich alle wecken und mir ist auch a weng übel - wahrscheinlich Hunger...
Gestern waren wir nachmittags in einem alternativen Cafe, wo man am Boden auf Kissen sitzt und haben das erste Bier getrunken. Später ein wenig am See gechillt, langsam fingen die Leute an Weihnachtsmusik zu spielen und es fühlte sich alles so strange an. Unser Weihnachtsessen war nicht so geil - in ner kleinen Absteige für mich irgendein Thai Curry, das noch nicht mal gut war....hätt ich lieber a paar mehr Quetzales ausgeben und dafür was angemessenes gegessen. Danach bin ich in die Messe gegangen. Alleine. Wollte ja keiner mit. Die war draußen im Park vor der Kirche und es war richtig voll. Es waren auch viele Indígenas da, alle in ihrer Tracht  (die Trachten hier sind so hammerschön!) und Teile der Messe waren auchin deren Sprache. Zurück im Hostal Bier trinken und dann noch weg gehen....meine Freundin hat sich irgendeinen Virus eingefangen und hing dann kotzend über der Kloschüssel. Die guatemaltekische Freundin meiner Freundin war total dicht und obwohl ich keinen Bock hatte, musste ich sie wohl oder übel begleiten - und später dann heimbrigen....wie schön^^
Irgendso ein Spanier wollte was mit mir haben und hat mich irgendwann angefangen zu küssen, aber dann hab ich ihn sehr bald stehen gelassen. Keinen Bock. Außerdem hab ich mich schuldig gefühlt, obwohl Luis es ja nicht anders macht...aber ich kann das leider nicht. ><


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«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]