Er...

Sein Blick ist gefühllos, kalt und er kommt mir abweisen vor, als er den Saal betritt, wo die Niños immer Clase de Danza haben. Er lächelt kurz, ob er dies nun in meine Richtung macht oder damit eher die Kiner ansprechen will keine Ahnung. Die nächsten drei Wochen gibt er die Clases... Vier mal die Woche mindestens eine Stundem ihm gegenüberstehen und sich unwohlfühlen und total beobachtet fühlen in allem, was man macht. Jetzt hat er mir irgendwie auch die Freiheit des Tanzens genommen. Vielen Dank! 
Die Rede ist von meinem Ex, der, der mal meinte er würde mich in jenen Dingen der SVV verstehen (weil er es auch mal tat) und mir dann hinterher an den Kopf warf, ich würde es nur aus Gründen der Aufmerksamkeit machen. Er, mit dem ich mich immer super verstand, über vieles reden konnte und mit dem ich zum Ende hin nur noch am Streiten war. Er, der mich oft um Rat fragte oder von seinem Tag oder seinen Träumen erzählte und der mir jetzt noch nicht mal aus freien Stücken erzählte, dass er sich eine Spiegelreflexkamera gekauft hätte - mal ganz davon abgesehen, dass er mich sie kein bisschen anschauen ließ.. (mal so nebenbei, ich habe ihm meine Fotokamera ein paar mal anvertraut, als er sie für Fotoaufträge gebraucht hat). Er, dem ich mich weit öffnete und der mich dann im Regen stehen ließ. Er, der plötzlich keine Zeit mehr hatte wegen Uni und Arbeit, aber meinte, wir würden es trotzdem schaffen. Er, der schließlich Schluss machte, sagte ihm würde die Entscheidung nicht leicht fallen und der dann nach grad mal 'nem Monat (laut) Facebitch 'ne neue hat. Er, der mich scheinbar nie soweit öffentlich machen konnte wie seine neue^^
Keine Ahnung, warum ich mich unwohl und dauernd, wenn er im Raum ist, von ihm beobachtet fühle - wahrscheinlich eben darum, weil er so viel von mir weiß..
Während der gesamten Stunde, verbessert er mich kaum bis nie, berührt mich nur einmal, um meinen Körper in die richtige Position zu bringen, damit die Übung auch richtig ist...vielleicht sollte ich mich jetzt geehrt fühlen, dass ich es so super hinbekomme, aber irgendwie habe ich mehr das Gefühl, dass er mich nur ungern anlangt...warum auch immer... - oder steht mir etwa auf dem Gesicht geschrieben, dass mir seine Anwesenheit und seine Blicke unangenehm sind und ich ihm am liebsten eine Scheuern würde?
Am Ende, als ich meine, wir müssen jetzt geht, schaut er mich plötzlich ganz anders an. Er lächelt. Er lächelt mich an. So wie früher. Aber nichts mehr ist wie früher. Er hatte so viel aufgebaut...und noch mehr zerstört.
Werden wir trotzdem weiterhin, dann besonders über die Distanz, Freunde sein?


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La vida...

«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]