Brazil - Ecuador - Abschied - but tú eres mi ANGEL

Ich bin zurück aus Brazil...schon ein paar Tage - jetzt heißt es die letzten Tage in Ecuador erleben. Die letzte Zeit, die letzten Stunden, die letzten Momente. Alles vergeht so rasend und fliegt an mir vorbei. Ich kann mir nicht vorstellen, heute in einer Woche um diese Zeit wieder in Deutschland zu hocken... 
SCHRECKLICH! 
Ich will gar nicht zurück! Wirklich nicht! Grad weiß ich nicht, was mich dort hält, was es eigentlich für einen Sinn hat, dorthin zurückzukehren und wieder dort zu leben. Das Studium ja, aber sonst? Ich weiß nicht, was ich mit meinem alten Leben soll. Ich will es nicht mehr! Auf keinen Fall - weder meine alten Klamotten, meine alten Bücher, noch weiß ich wie ich meinen Freunden wieder gegenübertreten soll. Das Jahr hat mich verdammt nochmal total verändert und die letzten zwei Wochen in Brasilien noch mehr, mehr als ich jemals gedacht habe. Ich habe so viel kennengelernt, so viel mit anderen erleben und teilen können, tolle Menschen getroffen, vielleicht Momente großen Glücks und Freude geschenkt bekommen und trotzdem tief gefallen, mir im Regen einen abgefroren und die ersten Sonnenstrahlen nach Tagen mit Dauerregen genossen. Ich durfte tolle Sonnenaufgänge und -untergänge bewundern, an seiner Seite durch die Landschaft reisen, an ihn mit dem Kopf auf seiner Schulter einschlafen und dösend an ihn gelehnt im Bus sitzen, sein Kopfkissen sein und ihn beim Schlafen beobachten, mit Millionen Jugendlichen aus der ganzen Welt zusammentreffen und gemeinsam momentos increíbles erleben. 
Brasilien... - Erlebnisse, die sich nicht in Worte fassen lassen können. Erlebnisse, die andere vielleicht nie so bewegt hätten, wie sie mich bewegt haben, die für andere nicht diese Bedeutung haben, die ich niemandem erklären kann...ich weiß nur mit einer großen Wahrscheinlichkeit, dass mich etwas sehr stark verändert hat, dass ich mich erneut verwandelt und verändert habe...
Ecuador... - mein neues Heimatland, welches ich nun zurücklassen muss. Ich fühle mich nicht bereit zu gehen, werde es in nächster Zeit wohl auch nicht sein. Irgendetwas hält mich hier. Ich weiß nicht genau was, aber irgendetwas zieht mich an jene Orte, die ich kennenlernen konnte, die Kultur, die Menschen, meine Freunde,... ...und diese andere Person, deren zweiter Name ihn genau perfekt beschreibt...
Angel... - ich verstehe nicht, warum es mir erst jetzt klar wird. Erst jetzt, kurz bevor ich gehe...mehrere Monate zuvor. Estaba muy equivocada, ni Él, ni Tú me han podido dar lo que merezco!  Nunca! Aber bei Angel ist dies so anders, es kam alles heimlich still und leise...seit November via April bis jetzt. Ich hätte das nie für möglich gehalten, jedenfalls nicht so! Si, creo que eres mi Angel. El Angel en mi vida. El Angel que me acompaña. Aber wie geht es jetzt weiter? 
Du hattest mir gesagt, was ich für dich bedeute, doch ich war noch zu abgelenkt von den anderen. Ich mochte dich schon seit dem ersten Mal, als wir uns getroffen haben - dem Encuentro de Jóvenes in November. Im April wurde es mir klarer, nachdem wir dich besucht hatten. Seit Mai bin ich mir ziemlich sicher und dann veränderte sich alles. Ich weiß nun nicht mehr was du genau fühlst, siehst,... Auch wenn du sagstest, dass es dir bei mir egal ist, dass es wehtut wenn ich gehe, kann ich verstehen, dass du dich nun davor schützen möchtest, dass du keine wirkliche Zukunft mehr siehst - weil ich eben gehe - und um es für uns beide so wenig schmerzlich wie möglich zu gestalten. 
Trotzdem... - ich weiß nicht, was mit mir los ist. Diesmal bin ich mir so verdammt sicher wie noch nie. Keine Ahnung warum. Ich habe meine Entscheidung getroffen, jetzt müssen wir reden und schaun, wie es in Zukunft weitergeht. ^
Ojala que todo saldrá bien...



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La vida...

«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]