Party-Time unter freiem Himmel

Wir bewegen uns im Rhythmus der Musik im großen Innenhof der internationalen WG einer guten Freundin von mir. Nebenan etwas mehr entfernt von den Musikboxen, dem Dancefloor und dem mäßigen DJ, spielen manche Beerpong im leeren Swimmingpool. 
Diesen Freitag ist fette Party angesagt unter dem weiten, wolkenlosen Himmel mit einem runden Mond, dem noch wenig bis Vollmond fehlt (oder der gerade abnimmt...keinen Plan). Es ist voll auf dem Rasen und die Musik laut. In Deutschland hätten sich die Nachbarn schon längst beschwert und x mal die Polizei gerufen, die die Party auch schon längst aufgelöst hätte. Aber hier in Mexiko scheint das keinen wirklichen zu interessieren. Was bei der Straße in der Nähe liegt ist ein 24h-Supermarkt, noch a paar andere Läden und ein Taco-Restaurant, das auch noch um halb 5 noch offen ist. Alle sind Partys gewöhnt, das ist hier in Cholula, dem einstigen Dorf neben meiner Stadt mit der teuersten Uni der Region, nun usus. 
Eigentlich gefällt mir die Musik nicht wirklich. Purer Elektrokram, der z.T. echt nur scheiße is..a bissl Reggaeton kam mal, aber das ist alles. Ich spiele allen ein Lächeln vor und habe eine große Corona-Bierflasche geleert und a weng am Captain Morgan meiner Freunde genippt. Ich versuche sie mit meinem aufgesetzten, gespielten Lächeln einzulullen und abzulenken. Sie sollen nicht wissen, wie scheiße es mir in meinem Inneren geht. 
Manche werfen Ecstasy ein, rauchen später Marihuana und sind nebenbei ziemlich dicht. Ich komme mir eher wie ein Zuschauer vor, der vorgaukelt Spaß zu haben und zu der Musik tanzen zu können. Zwei Zigaretten, aber von denen mit Mentohl und nem weiteren Geschmack, wenn man die Blase am Filter zerquetscht  (glaub die gibt's in Deutschland ned). Ich kann die ned ausstehen, aber besser als nichts. Ich sollte nicht rauchen. Trotzdem vermiss ich den Spanier, aber der is ja ganz woanders.....am Strand und so...aber ich vermisse ihn trotzdem auch wenn ich weiß, dass ich das nicht sollte....ebensowenig wie an Luis zu denken. 
Überall sind Pärchen, die sich gegenseitig schön abknutschen und ihren Spaß haben. Auch meine Intercambio-Freunde haben plötzlich jemanden im Arm. Ich spüre den Blick des einen aus El Salvador auf mir und seine Hand an meiner Tallie, als er an mir vorbei geht. Ich spüre, dass sich der eine unserer mexikanischen Freunde für mich interessiert. Aber ich kann mich nicht fallen lassen, hänge zu viel an jemandem anderen. Bewege mich weiter zur Musik und führe mein aufgesetztes Lächeln den anderen vor.
Irgendwann gehen wir endlich....die Pärchen rauben mir den letzten Nerv, die Musik geht mir auf den Keks und morgen hab ich zu viel zu erledigen - auch wenn sich meine eigentlich Planung in Luft aufgelöst hat. Irgendwann gegen 5 bin ich endlich zu Hause. Alleine. Ich weiß, dass mich so mancher vll. gerne mitgenommen hätte, aber heute keine Chance. Ich kann froh sein, wenn ich nicht versuche mich zu schneiden. Am liebsten würde ich weinen, aber es kommen keine Tränen....alle aufgebraucht. 


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1 Kommentar:

  1. Hallo María,

    mir geht es..solala? Meine posts sagen es mehr als eindeutig, aber du hast auch recht damit das das semster wieder angefangen hat & es ist stressig.
    dir viel glück und kopf hoch
    deine yui

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La vida...

«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]