Vom höchstgelegenen beschiffbaren See der Welt und warum es zwei Copacabanas in Südamerika gibt...

unendliche Weite,,,
Da liegt er vor mir, der Titicacasee, umgibt mich mit all seiner blauben Pracht. Langsam schippert das Boot Richtung Isla del Sol, der Sonneninsel, auf der nach einer Inka-Sage der Geburtsort des hellhäutigen Schöpfergottes Wiracocha, des ersten Incas Manco Capac und dessen Frau bzw. Schwester Mama Ocllo liegt. Somit wurde nicht nur die Insel, sondern auch der Titicacasee für die Quechua und Aymara heilig. Das Schiff fährt wirklich ziemlich langsam, weswegen es kaum verwundert, dass wir etwa eineinhalb Stunden für die Überfahrt brauchen. Aber es lohnt sich - auch wenn wir nicht wirklich was von der Insel zu sehen bekommen, denn wir sind erst Mittags herum mit dem Boot abgefahren. Ein wenig wandern wir am Ufer der Insel entlang, wobei man es besser als anstrengend Aufstieg bezeichnen sollte....kein Wunder, schließlich liegt die Insel auf über 4000m.
Der Blick auf den See ist atemberaubend und auch das Wolkenspiel bei der Rückfahrt zu beobachten hat seinen Reiz. Hier oben fühlt man sich wirklich der Sonne und dem Universum irgendwie näher - verrückt oder?
auf der Isla del Sol
Spätnachmittags sind wir wieder in Copacabana. Wer an die brasilianische Copacabana mit Sandstrand und heißen Brasilianern denkt, liegt falsch. Hier gibt es zwar auch ein (See)Ufer, jedoch laufen hauptsächlich Backpacker und Hippies oder eben die einheimischen Indigenen durch die Stadt und von warmen Temperaturen kann man eher träumen, wenn man nicht gerade in der Höhensonne steht und dabei gebraten wird. Allgemein muss ich immer an dieses Lied denken. Das bolivianische Copacabana war einst ein bedeutendes Zerimonial- und Kulturzentrum und war bereits bei den Präinkakulturen Aymara oder den Colla eine alte Kultstätte; heute ist es eines der wichtigsten Wallfahrtsorte. Als die Spanier kamen, ließen sich die Augustiner nieder nutzten den guten Ruf des Wallfahrtszentrum, um einen Marienwallfahrtsort daraus zu machen. Dadurch vermischte sich der inkaische und der christliche Glauben. In der Basilica Virgen de la Candelaria (1605; Mariä Lichtmess) befindet sich eine Statue der wundertätigen schwarzen Madonna, die 1925 vom Vatikan heiliggesprochen worden ist. Sonst noch erwähnenswert ist, dass Copacabana namensgeber des berühmten Strands in Rio de Janeiro war, da man dort einst eine Kapelle zu Ehren des Wallfahrtsort am Titicacasee erichtete.
  


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2 Kommentare:

  1. Ich finde deine Reiseberichte immer super :) ♡

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  2. HEy, nein ich hatte keine Sommerpause, aber dafür bin ich dann auch nicht mehr zur Uni vorher gegangen, sondern habe mir dann so frei gemacht..
    Dein Post klingt richtig schön :)

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La vida...

«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]