Erinnerungen #Brief verfasst in #Ecuador - nie abgeschickt

Lieber ...,
das ist die Wahrheit, jene Wahrheit, welche wehtut, die bei anderen Gewissensbisse, vielleicht auch Schuldgefühle, vermittelt, hervorruft, jene Wahrheit vor der ich dich schützen wollte.
Ja, ich schneide mich, mal mehr mal weniger. Seit dem schlimmen Ausbruch im Januar nicht oft und nie ganz so krass, aber ich spüre, wie sich das Potenzial steigert, sich Spannung aufbaut und je nachdem was passiert und je nachdem wie heftig ich den Abschied empfinde, explodiere ich. Glaub mir, das ist kein schöner Anblick. Es ist hässlich, sowohl der Verband als auch was drunter liegt - das ja noch mehr.  Ich wollte nie, dass du es siehst,  es weißt,  wollte nicht deine (gute) Illusion von mir zerstören. Niemals! Es tut mir Leid!
Es tut weh jemandem bei der Selbstzerstörung und dem Selbstzerstörungsprozess zuzuschauen und (fast) nichts tun zu können. Es tut weh zu sehen, wie sich jemand freiwillig Schmerzen zufügt, sie nicht als solche empfindet, sondern sie ihn davor bewahren an allem was passiert zu zerbrechen.
Ich wollte dir das alles ersparen. Die Schnitte,  das Blut, der Ausdruck in meinen Augen, die Traurigkeit, die Stimmung, welche mich umgeben wird. Ich wollte nicht, dass du bemerkst wie ich das für und wieder abwäge, mir vorstelle was passiert, wenn ich nicht mehr bin, zu gehen und ob und wie du mich aufhalten würdest... - ich stand schon öfter bei diesem Überlegungen, aber eigentlich will ich nicht sterben. Ich will leben, nur ohne das alles!
Ich wollte nicht, dass du mir zuschaut,  wie ich (einfach so) Schmerzmittel (natürlich in größerer Dosis als normal, aber nicht tödlich) nehme, um den inneren Schmerz zu betäuben, wie ich extra viel Alkohol trinke, wenn möglich anfange mich nach dem Essen zu übergeben, da ich mich zu voll fühle, nicht zunehmen will und das Essen nicht verdiene.
Du solltest dies alles nicht mitbekommen, miterleben müssen und mir noch weniger dabei zuschauen - bei diesem Selbstzerstörungsprozess wegen Schmerz, Hass, Enttäuschung und Liebe.
Es tut mir Leid!


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2 Kommentare:

  1. Hallo. <3

    Leider nein. :( Ich hoffe, dass jemand eine Challenge machen wird, ich hab für so etwas leider keine Zeit um sowas selbst ins Leben zu rufen. ich hoffe aber, dass sich jemand finden lässt, der eine Challenge veranstaltet :) Ich halt auf jeden Fall mal die Augen offen!

    Alles Liebe,
    Dalina. <3

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  2. ohh danke für dein Kommentar. endlich hatte ich wieder einmal zeit zu schreiben bzw. generell mich hier umzusehen :)
    dein post klingt leider sehr traurig :/ was ist bei dir los? was hat sich in der Zwischenzeit bei den männern getan?
    mir geht es heute ganz gut. das kann sich aber bald wieder ändern..ändert sich zum teil stündlich.
    wie geht es dir sonst so? <3

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La vida...

«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]