Mexikos Süden: Yucatan, Quintana Roo & Chiapas

Mittlerweile ist schon über einen Monat vergangen seid ich mich zu meiner kleinen Rundreise aufgemacht habe und auch wenn ich in Chiapas vor zwei Wochen war, denke ich, dass sich das alles ganz gut in einem Post zusammenfassen lässt. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an meinen Peru - Bolivien - Ecuador - Kolumbien - Trip im vergangenen Jahr, da habe ich das auch eher mit Fotos gestaltet. Hier also ein fetter Fotopost =D

Kleine Anmerkung zur Reiseroute:
Die drei Bundesstaaten Yucatan, Quintana Roo und Chiapas liegen, wie auch Tabasco und Campeche, auf der berühmten Halbinsel Yucatan, die viele gut bekannte touristische Ziele bietet. Um die Halbinsel vom Bundesstaat zu unterscheiden, spricht man meist von "auf Yucatan" bzw. "in Yucatan". 
Ich bin in Mérida (Yucatan) gestartet und dann bis nach Tulum. Eigentlich wollte ich die Küste weiter runter und direkt nach Chiapas, aber wegen ein paar Geschehnissen, habe ich mich dagegen entschieden alleine weiterzureisen und habe stattdessen das Flugzeug nach Mexiko-Stadt bestiegen und mich dort mit Freunden getroffen (das war unter anderem die Geschichte mit den gestohlenen Handys und dem Sperren meiner Kreditkarte...). Chiapas habe ich am vorletzten Wochenende gemacht, haben allerdings auch nur einen kleinen Teil gesehen, da Chiapas auch recht groß ist.

Meine Favoriten:
Lieblingsstadt: Mérida (Yucatan) bzw. San Cristóbal de las Casas (Chiapas)
Lieblingspyramiden: Uxmal (Yucatan)
Karibikstrände 

Uxmal - neben Chichén Itzá die bedeutenste Mayastätte in Yucatán. Ab 400 n. Chr., Blütezeit als politisches, wirtschaftliches und religiöses Zentrum 800 - 1000 n. Chr.. Die meisten Bauten entstanden um 900 n. Chr. unter dem Regenten Chan Chaak, damals lebten etwa 22.000 Menschen in Uxmal. Kennzeichnend neben den Pyramiden sind sog. Cuadrángulos (rechteckige Plätze), um die Bauten gruppiert sind. Baustil ist der Puuc-Stil, also mit vielfältigem, plastischem Friesdekor. Einmalig in der Maya-Welt ist die Pyrámide del Adivino ("Pyramide des Zauberers", der höchte Bau rechts) mit einem ovalen Grundriss und erinnert mit den abgerundeten Kanten an die Rundwände typischer Maya-Hütten.
An dem Tag hat es wie aus Küblen gegossen, während meinem Besuch allerdings langsam aufgehört. Ein atemberaubendes Ambiente...

Kathedrale von Mérida bei Nacht. 

Vor dem Ballspiel in Mérida. Das mesoamerikanische Ballspiel mit dem Kautschukball war in den prähispanischen Städten der Maya und vieler anderer Zentren mesoamerikanischer Kulturen zentraler Bestandteils des gesellschaftlichen Lebens und hatte auch eine religiöse Dimension. In eigentliche jedem sitio arqueológico, den ich hier besucht habe, gibt es mindestens einen Ballspielplatz. Den genauen Spielverlauf und die genauen Spielregeln kennt man heute nicht. Aus den unterschiedlichen Abbildungen, die erhalten geblieben sind, ist das auch nicht so genau ersichtlich. Der Ball darf nur mit Knien, Hüfte und Ellenbogen berührt werden und wird über die Mittellinie hinweg zwischen den beiden Mannschaften weitergegeben. Oft findet man bei den Ballspielplätzen neben Prallwänden noch steinerne Seitenringe durch die der Ball geschossen werden musste.
Klingt alles ziemlich kompliziert, war aber echt interessant das mal zu sehen...hab auch Videos davon, falls sich jemand dafür interessieren sollte hahaha xD

das spricht für sich^^

Convento de San Antonio de Padua (Izamal) -  deswegen so beeindruckend, weil das weitläufige Atrium (also der Platz mit dem Rasen, um den die Säulengänge gehen) nach jenem der Kirche im Vatikan das zweitgrößte der Welt ist. Sonst ist Izamal ein kleines verschlafenes Städtchen, in dessem Zentrum alle Häuser gelb gestrichen sind...

Kukulkán-Pyramide (Chichén Itza) - Chichén Itza ist die berühmteste archäologische Städte Yucatans und mit Tulum an der Karibikküste, die meistbesuchteste ganz Mexikos! Über den Beginn der Städte gibt es nur Vermutungen. Die Städte soll insgesamt zweimal in Besitz genommen worden sein. Ende ~ 1200 n. Chr. Bauhistorisch ist Chichén Itza das Resultat vieler Zeitepochen und verschiedener Kulturen. Die Kukulkán-Pyramide ist das Wahrzeichen von Chichén Itzá. Wie die meisten Bauwerke der mesoamerikanischen Kulturen ist auch diese Pyramide astronomisch passend gebaut. Sie ist exakt auf die Sonnenstrahlen der Tagundnachtgleiche ausgerichtet.  
Cenote Ik Kil - auf Yucatan finden sich zahlreiche Cenotes, mit offener Decke, aber auch unterirdische. Yucatán befindet sich auf einer Kalkstein- und Karsttafel, die sich fast auf Höhe des Meeresspiegels liegt. Es ist eine sehr trockene Region, weswegen die Niederschläge sehr schnell durch den porösen Boden und den Kalk durchsickert und unterirdische Flüsse bildet. Im laufe der Jahrhunderte hat diese komplexe System aus unterirdischen Flüssen Millionen Höhlen und so ausgewaschen. An den Stellen, wo die poröse Decke einbrach, entstanden Teiche und Seen, die wir heute als Cenotes kennen.


Ek Balam (bei Valladolid) - 700 - 1000 n. Chr.. Sie liegt mitten in der Selva, wo es auch morgens schon so richtig schön heiß ist (wie überall wo ich in Yucatan und Quintana Roo war) und dann die eine Pyramide in der prallen Sonne hochsteigen....echt anstrengend.... - wer schonmal so ne Pyramide hochgekraxelt ist, weiß wovon ich spreche, das hat mit normalem Treppensteigen nämlich wenig zu tun ;)

Endlich Karibik! Auf der Isla de Mujeres, die Cancun (Quintana Roo) vorgelagert ist. Und *Trommelwirbel* das bin ich - auch auf die Gefahr hin, dass man mich erkennen kann, weil ich das Foto auch in meinem Instagram verwendet habe...naja egal...haha^^

Welcome to Tulum - die archäologische Städte direkt am Meer mit Karibikstrand.....atemberaubend....

Tulum - einst reigiöses Zentrum, das der Venus geweiht war und gleichzeitig der wichtigste Handelshafen der Maya. Blütezeit in der Nachklassik 1200 - 1400 n. Chr., es finden sich aber schon weit ältere Siedlungsspuren von etwa 564 n. Chr.. Es war der östlichste Außenposten des yucatekischen Mayagebiets und bei der Ankunft der Spanier einer der letzten noch intakten Mayastädten an der Küste. Knotenpunkt für den Binnen- und Seehandel wegen strategisch günstigen Lage. 

Mein zweites Hostal in Cancun - Sonnenuntergang und oben auf dem Dach gab's nen Whirlpool und Palmen außenherum....ich hatte nur leider eine fette Erkältung....vertrage einfach keine Klimanlagen und Ventiladoren.

San Cristóbal de las Casas (Chiapas) - bedeutende Kolonialstadt auf 2100m Höhe zwischen Pinienbewaldeten Bergen. Das Zentrum voller Häuser im Kolonialstil, die bunt bemalt sind. Waren in nem superguten Café gleich um die Ecke von dem echt tollen Hostal und auch echt leckere Tacos, Quesadillas und Burritos essen. 

Catedral de San Cristóbal de las Casas -  die Stadt versprüh Leben und hat eine Anziehungskraft, die sich wahrscheinlich aus dem Mix von kolonialer Vergangenheit und indigener Gegenwart ergibt. Chiapas gilt als Tor zur Welt der Maya-Völker. Chiapas besitzt nach Oaxaca den größten indigenen Bevölkerungsanteil aller mexikanischen Bundesstaaten, was Chiapas auch zu einem Bundesstaat der Gegensätze macht: es gibt hohe Analphabeten- und Arbeitslosenquoten; Landreformen, allgemeine Schulbildung und Gesundheitswesen für alle konnte hier nie wirklich verwirklicht werden. Große Teile des Landes befinden sich weiterhin in den Händen von Großgrundbesitzern und Hilfsgelder verlieren sich in den korrupten bürokratischen Strukturen, weswegen die Landbevölkerung heute noch häufig als Kaffeepflücker oder Wanderarbeitet tätig ist oder als landlose Bauern auf Haciendas arbeiten. Vielleicht hat der ein oder andere ja mal was von den Zapatisten gehört - die kommen aus dieser Region und haben dort auch Aufstände unterstützt und durchgeführt. 

Agua Azul - auf dem Weg vom Hochland ins Tiefland. Wegen der noch andauernden Regenzeit leider nicht mit blauem Wasser...aber trotzdem beeindruckend. Ich habe sie lächelnd die Iguazufälle Mexikos getauft...

El Palacio (Palenque) - klassische Mayaperiode 300 - 900 n. Chr., erste Siedlungen vermutlich ab 100 n. Chr., Blütezeit zwischen 650 und 750 n. Chr.. Einzigartiger Bausstil: Mansardendächer, häufig dekoriert mit Skulpturen und gekrönt von durchbrochenen, gitterartigen Dachkämmen. Neben der Pyrámide de las Inscripciones (Pyramide der Inschriften; nicht zu sehen), die eins der bekanntesten Mayabauwerke Mesoamerikas ist, sticht El Palacio (Der Palast) hervor, der der größte Baukomplex Palenques ist.  Er diente sowohl religiösen als auch weltlichen Zwecken. Der markante Turm ist ein Observatorium und der einzigste seiner Art in ganz Mesoamerika.  

Palenque - la ciudad en la selva - Blick morgens über Palenque, leider etwas diesig...der Sonnenuntergang am Abend zuvor war hammergeil =D

Rückweg durch die Selva zurück ins Hochland nach San Cristóbal de las Casas

unterwegs nach San Cristóbal de las Casas...........eine sehr kurvenreiche Strecke...

San Juan Chamula (bei San Cristóbal de las Casas) - ist das religiöse Zentrum für die dort und im Umland weit verstreut lebenden Tzotziles (eine Volksgruppe der Maya). Die meisten Indígenas tragen ihre Tracht und das Zusammenleben im Dorf wird noch größtenteils durch Regeln aus vorspanischer Zeit bestimmt. Innen ist die Kirche komplett anders als wir sie kennen, der Boden ist ausgelegt mit Piniennadeln, die einen intensiven Duft verströhmen. Es gibt keine Bänke und an den Seitenwänden reihen sich Holzfiguren von katholischen Heiligen, von denen viele Spiegel vor der Brust tragen. Das soll das Böse abwenden. Tiefer betrachtet haben die katholischen Heiligen jedoch nur die Funktion und Rolle der früheren Maya-Naturgottheiten übernommen. Vor den Schreinen mit den Heiligen stehen Tische, gefüllt mit brennenden Kerzen. Ich kann das auch nicht so gut beschreiben und Fotos machen war verboten - irgendwie ja auch verständlich. Auf jedenfall lohnt es sich, denn es ist ein eindrucksvoller Ort, wo man Synkretismus in einer seiner reinsten Formen erleben kann....
Später waren wir noch auf dem Friedhof, aber dazu in einem anderen Post mehr... 

Zum Día de los Muertos gibt es dann noch einen extra Post, wenn ich wieder zurück aus Guadalajara bin - geht es heute Abend hin und joa...freu mich...unter anderem mit Maná-Konzert



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7 Kommentare:

  1. Wunderschöne Fotos, hab jetzt Fernweh und bin neidisch; )

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  2. Wow die Strände sind ja traumhaft ♥

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  3. Hey,

    In dem „Seminar“ bzw. der Übung geht es ums wissenschaftliche Arbeiten. Wir lernen jetzt wie man eine Hausarbeit schreibt und es ist wirklich waaaaaahnsinnig spannend (Ironie, falls man es nicht bemerkt hat...) :-D
    Ich hab am Wochenende wie immer nichts vor. Ich muss ein paar Hausaufgaben machen und lernen, aber ansonsten steht nichts an.

    Oh Gott, ich liebe deine Fotos! <3 Teilweise sieht es darauf wirklich aus, wie im Paradis.
    Und dieses Ballspiel (tlachtli?) kenne ich noch aus dem spanisch Unterricht (ich bin so stolz auf mich) :-) Wie cool, dass du das erleben konntest! (Videos fände ich übrigens sehr interessant!)

    Alles Liebe <3

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  4. Ja, ich habe mich auf meinem alten Blog nicht mehr gemeldet, da ich einfach nicht mehr in diesen Abschnitt meines Lebens greifen kann, das kriege ich irgendwie nicht hin, deshalb habe ich es auch nie hinbekommen mich einzuloggen. Aber ja, hier bin ich, ich blogge wieder. :)
    Mir geht es gut, es ist viel passiert und es hat sich viel verändert, aber es geht mir gut, danke der Nachfrage, und wie geht es dir? xx

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  5. Wirklich tolle Fotos! Traumhaft! :)
    Mit welcher Kamera hast du die gemacht?
    Liebe Grüße <3

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    1. Wir waren in einen bayerischen Wirtshaus essen. Da war es mega gemütlich und lecker :)

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  6. Hallo María,
    nein...Fio und ich haben eine verworrene Geschichte die auf der Gefühlsebene noch viel komplizierter ist. Wir sehen uns nicht. Und das ist wohl nach 4 Jahren auch immer noch besser so

    Danke und alles Liebe
    Yui

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«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]