...una noche loca...von schlechtem Stoff und anderen merkwürdigen Entwicklungen

Zum Glück hat sich meine Laune schnell gebessert und müde war ich dann auch nicht mehr. Zum Vorglühen bei einer von den Intercambios, mit Captain (zu dritt 2 Flaschen O.o) und mehrere Tequila-Shots. Geraucht, nicht nur Zigaretten und gelabert. Hat mir echt getaugt. Irgendwann sind wir dann losgezogen zu Vodoh Mama - leider nur Elektro, aber mei, was solls^^ Mit dem einem aus El Salvador gelabert, mit dem Spanier so wie immer. Seine Worte waren eindeutig zweideutig, ich mein ich kenne das ja auch schon, wir kennen uns schon, wir wissen beide, dass da was ist, was nicht sein sollte und joa....wenn er keine Freundin hätte wäre er nicht abgeneigt. Hätte nicht gedacht, dass er mir das so sagen würde, aber gut. 
Weiter zur Elektromukke tanzen. Irgendwann nimmt er mich beiseite - "Quieres cocaina?" Erst denke ich, dass ich nicht richtig gehört habe, dann nicke ich. 
"Sicher?" 
"Si!" 
Dann verschwinden wir nach draußen in eine Nebenstraße, hinter parkende Autos. Nachdem noch ein französisches Päärchen bei uns seinen Joint geraucht hat, sind wir alleine. Ein komisches Gefühl, hab so was noch nie genommen. Ich gebe ihm meine Studentenausweise und einen 50 Pesoschein. Er baut die Line, macht mir vor wie man zieht und reicht mir dann die Karte. Nocheinmal vergewissert er sich, ob ich sich bin. Ja...das bin ich.
Die erste Line macht rein gar nichts, in den Club kommen wir auch nicht mehr rein, ziehen weiter, gehen in eine mit Salsa. Der Spanier und ich tanzen. Dann stehen wir Arm in Arm wie zwei richtig gute Freunde am Rand der Tanzfläche. Und dann sagt er mir, wie wichtig ich für ihn bin, dass wir ne echt tolle Zeit verbracht haben und so. Und dass ich bei ihm in Spanien immer willkommen bin und dass ich unbedingt mal kommen soll. Ja, das stimmt. Ich könnte ihn knuddeln. Das tu ich dann auch und geb ihm ein rein freundschaftliches Küsschen auf die Backe. Hat mir in dem Moment echt viel bedeutet, dass er mir das gesagt hat. 
Auch dieser Club schließt, das Haus, wo noch ne Party sein soll, kennen wir nicht und so nehmen wir schließlich ein Taxi zurück nach Hause. Im Oxxo kaufen wir noch n Sixpack Bier. Dann bringen wir den El Salvadoreño nach Hause, den anderen wecken die beiden Jungs und dann rauchen wir noch ne Runde zusammen Marihuana....der El Salvadoreño hat ne ganze fette Tüte für verdammt wenig Pesos erstanden. Der Spanier und ich gehen recht bald, weil klar ist, dass der, den wir geweckt haben, einfach nur so schnell wie möglich wieder zurück in sein Bett wollte. 
"Puedo quedarme durmiendo en tu casa?" Was soll ich sagen...ja oder nein..in dem Zustand will ich ihn jetzt auch nicht alleine heimlaufen lassen, aber eigentlich ist das verboten. Egal, das Abendteuer reizt mich, auch wenn wir beide wissen, dass das rein freundschaftlich bleiben wird und keine Chance auf mehr ist. Auch wenn ich gerne mit ihm kuschele oder an seiner Schulter gelehnt schlafe, weiß ich, dass das schon grenzwertig ist und alles andere darüber hinaus nicht legitim wäre.
Wir sitzen vor meinem Haus auf der Bordsteinkante. Jeder ein Bier. Einen Joint. Zigaretten. Labern. "Ist es wirklich in Ordnung?"
"Mein Zimmer ist ein Saustall...mach dir keinen Kopf. Wir planen unsere Kuba-Reise, wenn jemand blöd frägt, warum du da bist...also später. Weiß doch keiner, dass du hier gepennt hast, wenn wir keinen Lärm machen."
"Es is noch was übrig. Gib mal die Karten." Er bereitet sie vor und dann ziehen wir nochmal. Keine Ahnung was jetzt anders ist, aber das haut mich vollkommen weg. Vielleicht auch wegen der ganzen Mischung des Abends. Leider haut es mich nicht im guten weg, sondern im schlechten. Innerhalb von wenigen Minuten dreht sich alles und mir ist kotzübel. Der Spanier merkt, dass es mir überhaupt nicht gut geht. "Das war kein guter Stoff. Malísimo!" meint er. Schließlich kotz ich ne Runde Wasser. Mir ist das so peinlich. Er umarmt mich von hinten, nimmt mir die Haare aus dem Gesicht und ich versuche mich zusammenzureißen. So scheiße habe ich mich höchstens nach dem deutschen Tequila gefühlt. So bleiben wir sitzen. "Gehen wir rein?" Ich nicke. Er hilft mir auf, aber ich schaffe es nur bis zum Tor, lasse mich wieder auf den Boden sinken. Nochmal kommt was hoch. Er nimmt mich in den Arm. Diesmal lasse ich es zu, nicht so wie in Oaxaca. Trotzdem ist es mir peinlich und auch wenn er schon ankündigt, dass er mich damit aufziehen wird, weiß ich, dass es klar geht....auch wenn es mir peinlich ist, ist es okay. 
Schließlich gehen wir hoch, ziehen uns im Dunklen um - die Glühbirne ist mir ja die Nacht zuvor durchgebrannt - legen uns ins Bett und ich glaub ich penn gleich. An ihn gekuschelt. Im Halbschlaf meine ich zu merken, wie er mir einen Kuss auf den Kopf gibt und das Haar aus der Stirn streicht. So wachen wir auch auf. Es ist irgendwie ganz selbstverständlich. Dösen weiter, irgendwann klingelt es und es kommt die Frau, die immer putzt. Sonst ist nichts los im Haus. Umso besser. So liegen wir da, aneinander gekuschelt, in seinem Arm, er streicht mir übers Gesicht, über den Rücken, meinen Arm entlang. Es ist alles so normal, so vertraut und gleichzeitig neu. Ein Teil von mir will nicht, dass dieser Moment endet, will nicht, dass die Zeit weiter voranschreitet. Eigentlich sollte das gerade alles nicht passieren und das wissen wir beide. Trotzdem gibt es kein Halt, kein Stopp. Meine Hand wandert seine Seite entlang, über die Taille....er hat richtg weiche Haut. Entfernt erinnere ich mich an die Nächte mit der Person mit der Lebensgeschichte, aber irgendwie ist das gerade nebensächlich. Die Kleidung verabschiedet sich auf den Boden neben dem Bett. Es ist falsch und gleichzeitig doch richtig. Es gibt keinen Kuss - das ist Tabu. Er schaut mich an, wie immer ist es mir unangenehm, auch wenn ich eigentlich eine schöne Figur hab. "Que te apetece? O no quieres?"
Was soll ich darauf antworten? Es ist klar, was geht und was nicht. Es ist klar, dass wenn mehr geht, wir nicht richtig miteinander schlafen würden und irgendwie bin ich darüber froh. Auch wenn ich es nicht gerne zugebe, habe ich nicht sehr viele gute Erfahrungen gesammelt und beim vorletzten Mal hatte ich wie in nem schlechten Film, ein richtig schönes, hässliches Flashback - seitdem hab ich wieder mehr Abstand davon genommen. 
Ich gebe keine Antwort. "Si no, no pasa nada. Tranki." Ich nicke. 
"Ich glaube ich würde mich irgendwie schuldig fühlen." Wir wissen beide worauf ich anspiele. Ich merke wie er grinsen muss, aber keine Ahnung ob ers versteht. Ich weiß, dass er gerne würde, weiß, dass meine Unentschlossenheit ihm ein wenig gegen den Strich geht. Letztendlich entscheiden wir uns dagegen, auch wenn es uns beiden indirekt ned so taugt. Aber es ist besser so. Das weiß ich tief in meinem Inneren und er wahrscheinlich auch. Wir liegen noch eine Weile so da, die Nähe tut gut. Ich spüre, dass uns das nicht auseinander, sondern eher vielleicht noch näher bringt. Nach all dem vielen Kram, den wir schon gemeinsam gemacht und gemeinsam erlebt haben.
Am Samstag ist ne andere Party, wenn er nicht nach Veracruz fährt, gehen wir da hin. Und wann anders will er guten Stoff besorgen, denn das gestern war der reinste Bullshit. Er muss es ja wissen und so scheiße wie es mir innerhalb von ein paar Minuten ging, will ich echt nicht wissen, womit das gestreckt war^^ 
Im Haus treffen wir später nur eine meiner Mitbewohnerinnen, aber die scheint keinen Verdacht zu schöpfen. Warum sollte sie auch? Wir rauchen noch eine im Patio und dann begleite ich ihn zu seinem Fraccionamiento. Frische Luft und Laufen geht gut, außerdem muss ich von all dem runterkommen und noch ein wenig seine Gesellschaft zu genießen hilft dabei. Auf dem Heimweg schüttele ich den Kopf über mich, über uns. Fast ist es mir schon wieder unangenehm was war. Besser, dass nicht mehr passiert ist, auch wenn es jeden von uns reizt. Das Verruchte des Verbotenem.... 


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3 Kommentare:

  1. Hey hey, ich hab deine Nummer eingespeichert und werde Dir nachher mal schreiben, damit du dann auch meine hast. :b

    Klingt echt danach, als wäre das Zeug ziemlicher Mist gewesen; wusstest du, dass das teilweise mit Abführmittel oder schlimmerem gestreckt wird? :$
    Dass es ursprünglich pflanzlich ist, schön und gut, aber wenn so viel chemischer ungesunder Kram beigemischt wird, ist es wahrscheinlich letztendlich auch nicht besser als Pep.
    Wie ärgerlich, dass es Dir davon so dreckig ging. :/

    Na klar, ich werde eh über alles bloggen. :D
    Was jetzt mit J ist, weiß ich gar nicht, also ob er hergekommen ist oder nicht. Mal sehen, vielleicht bringt S ihn ja nachher mit, ich bin momentan noch am zweifeln, ob daraus heute überhaupt was wird, aber mal sehen. (;

    Das mit dem Spanier ist ja 'ne ziemlich kribbelige Situation ... keine Ahnung, ob ich an deiner Stelle hätte nein sagen können, oder ob nicht doch das Teufelchen auf der Schulter gewonnen hätte, trotz schlechtem Gewissen hinterher. x)
    Bin ja mal gespannt, wie es mit Euch weitergeht, aber ich find's halt voll schön zu lesen, dass Ihr so vertraut miteinander seid.

    Mach's gut; ich melde mich später mal über Whatsapp. <3

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  2. Hey,
    danke für deinen Kommentar von dir. Ich freue mich immer sehr, wenn jemand seine Gedanken mit mir teilt.
    Wo lebst du denn, wenn nicht in Europa?
    Liebe Grüsse
    Emilia

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  3. Hallo c:
    Hm, ja, nicht so gut
    du brauhst dir keine Sorgen machen, aber danke ♥
    Wie gehts dir?
    Abrazos
    Sirène

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«In dieser Nacht erzählte er mir, er glaube, das Leben gestehe jedem von uns wenige Momente reinen Glücks zu. Manchmal sind es nur Tage oder Wochen. Manchmal Jahre. Alles hängt von unserem Schicksal ab. Die Erinnerung an diese Momente begleiten uns für immer und wird zu einem Land des Gedächtnisses, in das wir im ganzen Leben umsonst zurückzukehren versuchen.»
[Marina - Carlos Ruiz Zafón]